Sehr geehrter Nutzer,
wir haben unseren Auftritt für einen barrierefreien Zugang mit Techniken wie CSS geschaffen. Leider unterstützt Ihr Browser diese Webstandards nicht komplett oder die Verwendung von Stylesheets ist ausgeschaltet.

Zur Navigation - Metanavigation überspringen |
Zum Inhalt - Navigation überspringen


Zusatznavigation

Leibniz Universität Hannover - Startseite Projekt InnovAging - Startseite Kontakt Suche
Foto: Himmel
Aktionsbündnis zur Innovation durch betriebliches und regionales Demografie-Management
Startseite > Aktivitäten > Programmangebot > Vortragsreihe Allianzen

Öffentliche Vortragsreihe InnovAging
 

"Demografie-Management durch strategische Allianzen von KMU"

Im Rahmen der öffentlichen Vortragsreihe von InnovAging fand am 28. September 2010 eine weitere Veranstaltung im Sprengel Museum Hannover statt. Unter dem Titel „Demografie-Management durch strategische Allianzen von KMU“ wurde anhand von erfolgreichen Beispielen gezeigt, wie kleine und mittelständische Unternehmen durch die gemeinsame Nutzung von Ressourcen, Wissen und Fähigkeiten die Herausforderungen des demografischen Wandels besser bewältigen können.

Öffentliche Vortragsreihe InnovAging - Demografie-Management durch strategische Allianzen von KMU
Öffentliche Vortragsreihe InnovAging - Demografie-Management durch strategische Allianzen von KMU


Frau Prof. Dr. Gisela C. Fischer, Projektleitung von InnovAging, betonte in ihrer Einführung, dass strategische Allianzen verschiedener Ebenen zu unserer Lebenswelt gehören. So kann eine Partnerschaft zwischen Eheleuten ebenso zu dieser Kategorie gezählt werden wie die Europäische Union, die allen Partnern zu mehr Wohlstand verholfen hat. Auch InnovAging selbst ist mit seinen Verbundpartnern eine strategische Allianz. Die heutige Veranstaltung dient dazu, so Frau Prof. Fischer, die Chancen deutlich zu machen, die sich insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen aus einer strategischen Allianz ergeben.

Bild: Prof. Dr. Ulrich Krempel
Prof. Dr. Ulrich Krempel


Im Gegenzug dafür wurden die Bilder zuerst bei ihm ausgestellt. Der Verbund wurde komplettiert durch Kritiker, die gute Bewertungen abgaben, und einen Kreis von hochpotenten Sammlern, die Kahnweiler an seine Galerie gebunden hatte. Durch dieses perfekte Verwertungssystem konnte sich der Kubismus innerhalb von kurzer Zeit in ganz Europa durchsetzen.
Als letztes Beispiel berichtete Prof. Dr. Krempel von seiner Mitgliedschaft im „Leibziger Kreis“ der Direktoren deutscher Kunstmuseen. In diesem Verbund sind achtzehn Museumsdirektoren vertreten, die gemeinsam Positionen zu bestimmten Fragen musealer Arbeit beziehen (z.B. zum Schutz von Kulturgut vor Abwanderung) und gemeinsame Lobbyarbeit betreiben, um in staatliche Kommissionen hineinzuwirken. So soll die Position des einzelnen Museums gestärkt werden. „Es geht überall darum, die individuellen Probleme zu überwinden, gemeinsam stärker wirken zu können, effektiver arbeiten zu können und gemeinsam das Erreichte und Erarbeitete in neue hoch qualitätsvolle Dinge zu führen“, sagte Prof. Dr. Krempel.

Prof. Dr. Peter von Mitschke-Collande, Projektleitung von InnovAging, führte aus, dass einerseits KMU stark von der demografischen Entwicklung betroffen sind, andererseits aber ein Demografie-Management durch besondere Hindernisse in KMU erschwert wird. Dazu gehören fehlende finanzielle, zeitliche oder personelle Ressourcen. So verfügen die wenigsten Kleinunternehmen über eigene Personalabteilungen und das Alltagsgeschäft lässt kaum Zeit, um über strategische Fragestellungen nachzudenken. Durch den Zusammenschluss mit anderen KMU zu einer strategischen Allianz besteht aber die Möglichkeit, gemeinsame Ressourcen zu nutzen, um frühzeitig die Zukunft zu gestalten. Strategische Allianzen eignen sich für verschiedene demografische Herausforderungen wie Nachwuchsmangel (Beispiel Ausbildungsverbund), Fachkräftemangel (gemeinsamer Personalpool, Verbund zur Weiterbildung, überbetriebliche Kinderbetreuung) oder Alterung der Belegschaft (überbetriebliches Gesundheitsmanagement).

Als Kern der Veranstaltung wurden zwei Beispiele für strategische Allianzen präsentiert: Die Kooperationsinitiative Maschinenbau KIM e. V. und der Ausbildungsverbund in der Wedemark.

Die Kooperationsinitiative Maschinenbau KIM e. V. wurde von ihrer Geschäftsführerin, Frau Siw Holstein, vorgestellt. Gründungsanlass war die gemeinsame Überlegung der Agentur für Arbeit und des Arbeitgeberverbands, durch eine bessere Vernetzung von Betrieben einen Beitrag zur Standortsicherung in der Region Braunschweig zu leisten. Im Jahr 2000 wurde die Kooperationsinitiative mit einer Anschubfinanzierung von NiedersachsenMetall ins Leben gerufen. Inzwischen zählen 21 Unternehmen aus dem Maschinenbau und angrenzenden Bereichen sowie die Ostfalia – Hochschule für angewandte Wissenschaften, die Technische Universität Braunschweig und der Arbeitgeberverband Region Braunschweig zu den Mitgliedern. „Vertrauen, fairer Umgang und Offenheit ist das A und O dieser Kooperation. Alle Beteiligte leisten ihren Beitrag und haben einen Nutzen“, so Frau Holstein. Zu den Prinzipien gehören, dass die Tarifpartner eingebunden werden, Arbeitnehmervertreter und Arbeitgeber am gleichen Strang ziehen und Informationen trotz möglicher Konkurrenz preisgegeben werden. Unabhängig von der Größe zahlt jedes Unternehmen einen festen monatlichen Mitgliedsbeitrag.


Die Unternehmen arbeiten zu den unterschiedlichsten Themen in regelmäßigen Arbeitskreisen zusammen wie z. B. im Einkauf oder im IT-Bereich und treiben die Vernetzung voran. Auch Herausforderungen, die sich zukünftig aufgrund der demografischen Entwicklung immer stärker stellen werden, werden auf diese Weise gemeinsam angegangen:

  • Elf Firmen haben zusammen eine Fachkraft für Arbeitssicherung eingestellt, die die Unternehmen bei der Aufdeckung von Gefahren am Arbeitsplatz unterstützt.
  • Damit jedes Mitgliedunternehmen bei Personalengpässen auf qualifizierte Fachkräfte zurückgreifen kann, ist ein Tarifvertrag mit Arbeitnehmerüberlassung geschaffen worden. Dieser ermöglicht es, dass sich die Firmen untereinander Arbeitnehmer für ein paar Tage bis zu einigen Wochen überlassen. Voraussetzung ist ein Ehrenkodex der beispielsweise das Abwerben von Mitarbeitern untersagt.
  • Zur Förderung des Wissens- und Technologietransfers werden aus der KIM jedes Jahr drei Studenten zum dualen Studium an der Ostfalia oder der TU Braunschweig gemeldet.
  • Die Attraktivität einer Ausbildung bei einem der Mitgliedsunternehmen ist gestiegen, da die Ausbildung durch das Angebot an internen Seminaren wie Knigge für Azubis oder Präsentationstechniken interessant ausgestaltet werden kann.
  • Im Verbund wird Weiterbildung betrieben, indem beispielsweise Seminare zu aktuellen Fragestellungen organisiert werden.

KIM hat sich zu einem leistungsstarken Netzwerk im Großraum Braunschweig entwickelt. Zukünftiges Ziel ist es, die Kompetenzen der einzelnen Partner so einzusetzen, dass auch Großaufträge gemeinsam bearbeitet werden können. Auf diese Weise kann die Wettbewerbsfähigkeit der Verbundunternehmen noch weiter gestärkt und die Arbeitsplätze in der Region gesichert werden.

Bild: Herr Ulrich Grösch
Herr Ulrich Grösch, Fahrzeugteile Service-Zentrum Mellendorf (FS-ZM) GmbH


Die gewonnen Unternehmen schlossen sich im Oktober 2005 zusammen und entschieden sich die Ausbildung „Fachkraft zur Lagerlogistik“ gemeinsam zu organisieren.
Neben sechs Unternehmen sind die Konrad-Adenauer-Hauptschule und die Wirtschafts- förderung der Gemeinde Wedemark im Verbund aktiv. Die Grundsätze der Zusammenarbeit sind in einen Kooperationsvertrag festgehalten worden. Das Leitunternehmen FS-ZM GmbH organisiert das jährliche Auswahlverfahren, übernimmt die Schnittstelle zur IHK und zur Berufsschule und plant die Ausbildungsabschnitte in den jeweiligen Unternehmen. Der Ausbildungsvertrag wird zwischen der FS-ZM GmbH und dem Auszubildenden geschlossen, die FS-ZM zahlt die Ausbildungsvergütung. In den Zeiten, in denen die Auszubildenden in den anderen Unternehmen sind, übernehmen diese die Vergütung. Werden die Auszubildenden von einem Unternehmen aus dem Verbund übernommen, so zahlt dieses Unternehmen die Prüfungsgebühren. Die Ausbildung wird anhand des Ausbildungsrahmenplanes durchgeführt. Entscheidend ist der Informationsaustausch zwischen den Unternehmen über den Ausbildungsstand und Fehlverhalten der Auszubildende.
Das Bewerbungsverfahren wird gemeinsam mit der Konrad-Adenauer-Schule gestaltet. Die Sozialpädagogen der Hauptschule treffen jedes Jahr eine Vorauswahl von bis zu acht Schülern, die über durchschnittliche schulische Leistungen und Sozialkompetenzen verfügen. Von diesen werden zwei Schüler ausgewählt.
Zurzeit gibt es acht Auszubildende im Verbund. Zwei haben die Ausbildung bereits abgeschlossen, einer von ihnen ist von einem Verbundunternehmen übernommen worden. Sorgen bereiten die hohen Durchfallquoten bei den theoretischen Prüfungen. Der Verbund versucht die Schwächen, insbesondere in Deutsch und Mathematik, durch Nachhilfe im Betrieb zu beheben. Darüber hinaus gibt es auch Probleme bei der Sozialkompetenz vor allem hinsichtlich der Pünktlichkeit und Fehlzeiten in der Berufsschulzeit.
Die Ausbildung im Verbund bietet den Auszubildenden einen umfangreichen Einblick in verschiedene Unternehmen. So erhöhen sie ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Für die Unternehmen bedeutet der Ausbildungsverbund die Schaffung von zusätzlichen Ausbildungs- plätzen und damit die Sicherstellung des Fachkräftebedarfs in der Region.
Aus seiner Erfahrung empfahl Herr Grösch, dass ein solcher Verbund mindestens drei Unternehmen und maximal zehn Unternehmen umfassen sollte, damit er effektiv arbeiten kann.

Herr Rainer Krause, Herr Prof. von Mitschke-Collande, Frau Siw Holstein, Herr Claus Holtmann
Herr Rainer Krause, Herr Prof. von Mitschke-Collande, Frau Siw Holstein, Herr Claus Holtmann


An der anschließenden Podiumsdiskussion, die von Prof. von Mitschke-Collande moderiert wurde, nahmen neben den Referenten Herr Rainer Krause, Personalleiter der Büsing & Fasch GmbH & Co. KG in Oldenburg, und Herr Claus Holtmann, Geschäftsführender Gesellschafter der Holtmann GmbH & Co. KG, teil. Herr Krause berichtete von seinen Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit der örtlichen Haupt- und Realschule und der IHK. Sein Konzept setzt bei engagierten Lehrern an, die ihm im Chemieunterricht der Schule die Möglichkeit geben, von der Arbeit im Chemieunternehmen zu berichten. Interessierte Schüler werden zu einem Zukunftstag im Unternehmen eingeladen, auf der eine erste Potenzialanalyse von jedem Schüler erstellt wird. Anschließend können die Schüler an einem Camp auf der Insel Juist teilnehmen, wo sie eigenständig Projekte entwickeln. Ausgewählte Schüler erhalten im Anschluss ein Ausbildungsplatzangebot.
Herr Holtmann führte aus, dass er in seiner beruflichen Praxis viele Beispiele für strategische Allianzen erlebe. Zum Beispiel hat sich der Wirtschaftsklub Langenhagen auf Initiative von sechs Unternehmen gegründet, die bereits mehrere Jahre gemeinsam einen Berufsfindungsmarkt organisiert hatten. Um eine professionelle Personalentwicklung durchzuführen, teilt sich die Holtmann GmbH & Co. KG mit zwei weiteren Unternehmen einen Personalentwickler. Im Verbund „Personal“ beschäftigt sich Holtmann mit weiteren Unternehmen mit den Fragen des Gesundheitsmanagement; dazu werden gemeinsam Seminare und Grundlagenermittlungen umgesetzt. Für Herrn Holtmann ist entscheidend, dass trotz Konkurrenz Wissen geteilt wird.

Herr Rainer Krause & Herr Ulrich Grösch
Herr Rainer Krause & Herr Ulrich Grösch


Schließlich stellte die Diskussion heraus, dass es immer einen Anlass braucht, um eine strategische Allianz zwischen KMU aufzubauen. Bildungsträger, Wirtschaftsförderung, Kammern oder Arbeitgeberverband können dabei wertvolle Hilfestellungen geben. Wichtig ist, dass jeder Partner erkennt, dass er von der Zusammenarbeit profitiert. Dazu sind „Quick Wins“ erforderlich, die z. B. in Form von Pressearbeit, Zertifikaten o.Ä. erfolgen können. Eine überschaubare Größe der Allianz und die räumliche Nähe zwischen den Unternehmen sind weitere Erfolgsfaktoren.

Frau Prof. Dr. Gisela Charlotte Fischer, Projektleitung InnovAging, bedankte sich für die zahlreichen Anregungen der Beiträge. Diese haben gezeigt, dass strategische Allianzen insbesondere für KMU geeignet sind, um die Herausforderungen des demografischen Wandels zu bewältigen. Strategische Allianzen sind zu nahezu allen demografiebezogenen Fragestellungen denkbar. Neben messbaren Vorteilen für das einzelne Unternehmen können durch die Vernetzung wichtige Impulse für zukünftige Ausrichtungen des Unternehmens gewonnen und zudem auch Attraktivität als Arbeitgeber gesteigert werden. Strategische Allianzen stärken damit zugleich die Region als Wirtschafts- und Beschäftigungsstandort. InnovAging wird daher immer wieder Anregungen zu Kooperationen zwischen Unternehmen geben.

Nach der Veranstaltung tauschten sich die Teilnehmer beim Networking mit Imbiss über das Gehörte aus.
Nach der Veranstaltung tauschten sich die Teilnehmer beim Networking mit Imbiss über das Gehörte aus.



Zusatzinformationen


Fußzeile