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Öffentliche Vortragsreihe InnovAging Vortrag Prof. Dr. Franz Riemer und anschließendes Konzert
Kultur trifft Wirtschaft – Musik erleben, Kreativität wecken
Unter dem Motto „Kultur trifft Wirtschaft – Musik erleben, Kreativität wecken“ erlebten rund 150 Gäste aus kleinen und mittleren Unternehmen, Kammern und Hochschulen am 17. November 2009 eine Veranstaltung der ganz besonderen Art. In Kooperation mit der Hochschule für Musik und Theater Hannover (HMTH) demonstrierte InnovAging die Zusammenhänge zwischen Kultur, Wirtschaft und Demografie. Dies gelang, so wie es Prof. Dr. Franz Riemer, Vizepräsident der HMTH, in seinem Grußwort formulierte durch „akademische und intellektuelle Erbauungen“ im ersten Teil und „emotionales Vergnügen“ im zweiten Teil.
Frau Prof. Dr. Gisela Fischer stellte die enorme Wirtschaftsleistung der Kultur- und Kreativitäts-branche heraus, die bundesweit 2,6 % des Bruttoinlandproduktes erwirtschaftet und damit zwischen der Chemie- und Automobilindustrie rangiert. Darüber hinaus leiste ein reges Kulturleben einen zentralen Beitrag für das Image eines Standortes.
 Prof. Dr. Franz Riemer
Für die Region Hannover sei es daher fatal, wenn Künstler, wie es momentan den Anschein habe, abwandern. Ein Ziel von InnovAging sei es deshalb, nach neuen Kooperationsformen zwischen Wirtschaft und Kultur zu suchen, um den Standort zu stärken.
 Prof. Dr. Reinhard Kopiez
Herr Prof. Dr. Reinhard Kopiez, Musikpsychologe an der HMTH, veranschaulichte in seinem Kurzvortrag, dass Musik die mentale Gesundheit von Jung und Alt positiv beeinflusse. So könne durch regelmäßiges Tanzen bzw. Spielen eines Musikinstrumentes das Risiko an Demenz zu erkranken um 76 % bzw. 74 % gesenkt werden. Mit drei anschaulichen Beispielen regte er das Publikum an, eigene Ideen zu Kooperations-möglichkeiten zwischen Wirtschaft und Kultur zu entwickeln. Der argentinische Tango eigne sich beispielsweise hervorragend als Personal-entwicklungsinstrument. Denn er verbessere die Eigen- und die Fremdwahrnehmung und damit die Fähigkeit selbst durch nonverbale Zeichen klar zu kommunizieren und die anderen zu verstehen. Die BauFit-Studie aus Österreich untermale, dass durch Ausdruckstanz (Eurythmie) die Unfallhäufigkeit unter Bauarbeitern gesenkt werden konnte. Er rief die Unternehmer dazu auf, für ihre Mitarbeiter kreative Räume zu schaffen,
d. h. Zeiten und Orte, in denen nicht funktionsbezogene Tätigkeiten ausgeübt werden können. Zudem sei die Entwicklung einer „Hör- und Zuhörkultur“ wichtiger denn je und dazu sei die klassische Musik besonders geeignet. Konkret schlug er Maßnahmen wie den gemeinsamen Besuch von Klassik-Konzerten, Tanzworkshops oder die Organisation eines Betriebs-Chores vor, um Motivation und Kreativität im Unternehmen zu fördern.
Am Beispiel von Leonardo da Vinci zeigte Herr Prof. Dr. Peter Rautmann, Kunsthistoriker im Institut syn der Hochschule für Künste Bremen, dass Kreativität sich nicht auf bestimmte Bereiche begrenzen müsse. Da Vinci war Ingenieur, Architekt und Künstler zugleich. Er habe sich sowohl mit der Analyse der Hand, dem Vogelflug als auch mit Perspektivische Malerei und Geografie auseinandergesetzt. Zukünftig wird es im weltweiten Wettbewerb ausschlaggebend sein, diesen vorurteilsfreien Blick und Neugier für alle Bereiche wieder zu entdecken. Denn Innovationen entstehen meist dort, wo sich in Grenzbereichen Widersprüchliches ergeben. Im Weiteren zeigte Prof. Rautmann, dass durch die Kooperation der Bereiche Wirtschaft und Kultur auch heute viele neue Impulse entstehen. In Bremen sei dies beispielhaft bei der Revitalisierung des Hafengebietes gelungen, wo die Ansiedlung der Hochschule für Künste Bremen als Katalysator für das gesamte Viertel wirke.
 Prof. Dr. Peter Rautmann
Durch den Zuzug von neuen Unternehmen in das Gebiet würden auch alteingesessenen Unternehmen profitieren. Verschiedene Projekte zwischen Wirtschaft und Kultur werten den Standort zusätzlich auf.
Höhepunkt des Abends war das Konzert unter der Dirigentin Elena Chekanova. Den Auftakt bildete das zeitgenössische Stück Salto mortale von Prasqual – ein Werk für Streichorchester und elektrische Klänge. Anschließend spielte das Orchester die Symphonie Nr. 5 e-Moll, Op. 64 von Peter I. Tschaikowsky – ein Stück, das die quälende Widersprüche des Lebens, aber auch die Liebe zum Leben thematisiert.

Konzert unter der Dirigentin Elena Chekanova
Im Anschluss hatten die Gäste die Gelegenheit bei einem Imbiss über das Musikerlebnis ins Gespräch zu kommen und sich über das Gehörte auszutauschen.
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